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Cover der Zeitschrift WSI-Mitteilungen

Lübker, Malte / Schulten, Thorsten : WSI-Mindestlohnbericht 2025: Neuorientierung der Mindestlohnpolitik führt zu realer Aufwertung

Ausgabe 02/2025

DOI: 10.5771/0342-300X-2025-2-108

Seiten 108-121

Zusammenfassung

Auf Basis von Daten für 38 Länder in Europa und Übersee analysiert der diesjährige WSI-Mindestlohnbericht die Entwicklung der Mindestlöhne zum Stichtag 1. Januar 2025. Innerhalb der Europäischen Union hat sich das nominale Wachstum der Mindestlöhne zwar etwas abgeschwächt, lag mit 6,2 % im Median aber weiterhin verhältnismäßig hoch. Aufgrund rückgängiger Inflationsraten verblieb nach der Preisbereinigung mit 3,8 % im Median aber ein stärkeres Realwachstum als in den Vorjahren. Getragen wird die Entwicklung insbesondere von den osteuropäischen EU-Ländern. Der WSI-Mindestlohnbericht führt die Entwicklung auf eine Neuorientierung der nationalen Mindestlohnpolitiken im Zuge der Umsetzung der Europäischen Mindestlohnrichtlinie zurück. Wie der Bericht zeigt, sind die dort verankerten Schwellenwerte für einen angemessenen Mindestlohn von 60 % des Median- und 50 % des Durchschnittslohns inzwischen in vielen Ländern als Zielvorgaben übernommen worden.

Schlagworte: Löhne/Mindestlohn, Lohnpolitik, Entgelt/Tarifpolitik

Abstract

Based on data for 38 countries in Europe and overseas, this year's WSI Minimum Wage Report analyses the development of minimum wages as of 1 January 2025. Within the European Union, nominal growth in minimum wages has weakened somewhat, but remained relatively high with a median growth rate of 6.2 %. However, due to declining inflation rates, real growth remained stronger than in previous years at a median growth rate of 3.8 %. The increase was driven in particular by the Eastern European EU countries. The WSI Minimum Wage Report attributes this development to a reorientation of national minimum wage policies in the course of the implementation of the European Minimum Wage Directive. As the report shows, the thresholds for an adequate minimum wage, laid down at 60 % of the median wage and 50 % of the average wage in the directive, have been adopted as targets in many countries.

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